Leser M. schreibt
Ich bin Neuling in der Welt der Wertpapiere und Fonds und habe das Gefühl meine Entscheidungen immer schwerer treffen zu können, je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze. Um was geht es: Wertpapiersparen, ETF oder Fonds, lohnt sich Wertpapiersparen bei 50 € pro Monat
Ich bin 19 Jahre alt und besuche zur Zeit ein Wirtschaftsgymnasium. Ich interessiere mich sehr für wirtschaftliche Zusammenhänge und für Aktien und dergleichen. Seit längerem suche ich nach einer Möglichkeit langfristig Geld beiseite zu legen, da ich mein Geld nicht einfach bei der Bank liegen lassen möchte. Schnell wurde mir klar, dass sich eine Einmalinvestition in Aktien bei einem Vermögen von weniger als 5.000 € nicht lohnt.
Nachdem ich mich in letzter Zeit etwas intensiver mit meinem Geld und meiner Kontostruktur auseinander gesetzt habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen Geld mit einem Wertpapiersparplan anzulegen.
Ich bin vor Kurzem zur Commerzbank gewechselt und habe dort nun auch mein Depot eröffnet. Mit diesem Depot habe ich die Möglichkeit 3 Jahre lang ohne Ausgabeaufschlag in einen Wertpapiersparplan einzuzahlen. Danach habe ich vor zu einem anderen (günstigeren) Anbieter zu wechseln.
Ein langes Beratungsgespräch ergab folgende Resultate:
Der Berater empfahl mir ausschließlich gemanagte Fonds. Sein Argument gegen ETFs war, dass diese nie besser als der Index sind.
Aufgrund meiner geringen Sparrate von 50 € pro Monat sprach er folgende Empfehlungen aus:
- DWS Top Dividende (WKN: 984811)
- Vermögensmanagement Chance (WKN: A0M16U)
Nun stellen sich mir die Fragen ob sich ein Sparplan überhaupt lohnt bei anfänglich geringer Sparrate, welches Produkt, gemanagter Fonds oder ETF langfristig die bessere Wahl ist. Mein Ziel ist es langfristig (10 Jahre) zu sparen, und die Rate in kleinen Stücken zu erhöhen (sofern dies das Schüler/Studendenleben zulässt).
Ich habe viele Bekannte, Freunde, meine BWL- und VWL-Lehrer gefragt, und jeweils immer verschiedene Meinungen bekommen. Auch im Internet ist es schwierig sich eine klare Meinung zu diesem Thema zu bilden, da jeder von sich behauptet es am besten zu wissen.
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, und über einige Empfehlungen ob ETF, Fonds oder doch besser was anderes? Auch über konkrete Beispiele (ETFs oder Fonds) würde ich mich sehr freuen. Grundsätzlich interessiert mich jedoch am meisten ob der aktiv gemanagte Fonds welcher mir von meinem Berater empfohlen wurde wirklich so gut ist wie behauptet wird. Argumente für einen solchen Fonds seien ja eine bessere Stabilität in einer Krise. Doch ist nicht genau das der Punkt in dem ein ETF seine Kraft entfaltet, indem er in der Krise mit dem Index fällt?
Erst dann profitiert man doch von dem so angepriesenen "cost average effect" weil man dann sehr günstig einkauft. Ein Fonds der nur steigt, wie ein gemanagter in der Theorie, wirft doch einen viel geringeren Profit ab. Oder verstehe ich das alles falsch?!
Der Finanzwesir antwortet
Eine Leserfrage wie aus dem Lehrbuch. Das perfekte Anfänger-Drama. Daraus kann ich das machen, was die Online-Marketer einen "Cornerstone"-Artikel nennen. Eine Antwort, die man immer wieder hervorziehen kann, egal ob Leser M. oder Leserin F. schreibt.
Grundsätzlich: Leser M. mag sich unsicher fühlen, aber er ist hervorragend am Start. Gratulation!
- Er ist 19 Jahre alt. => viel Zeit um Fehler auszubügeln
- Er interessiert sich sehr für wirtschaftliche Zusammenhänge. => Die Basis für finanziellen Erfolg!
- Er besitzt 5.000 €. => Nicht schlecht für einen 19jährigen
- Er will dieses Geld anlegen und sucht aktiv nach Anlagemöglichkeiten. => Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Diese vier Punkte sind das Fundament für den finanziellen Erfolg mit 49. 19 plus 30 ergibt 49. Wenn man nur früh genug anfängt, kann man seine 30 Jahre Zinseszins vor dem Greisenalter abgerissen haben.
Diese 19 Jahre sind das Pfund mit dem M. wuchern muss. Wenn er jetzt keine gravierenden Fehler macht, wird das was mit der finanziellen Selbstbestimmung.
"Ich bin Neuling in der Welt der Wertpapiere und Fonds und habe das Gefühl meine Entscheidungen immer schwerer treffen zu können, je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze.
Das ist ganz normal. Jeder muss durch die "Senke des Grauens". Siehe "Die perfekte Geldanlage? Vergiss es!"
Taktische Analyse
"Seit längerem suche ich nach einer Möglichkeit langfristig Geld beiseite zu legen, da ich mein Geld nicht einfach bei der Bank liegen lassen möchte."
Ganz schlechte Begründung. Man investiert sein Geld nicht an der Börse, weil einen die Niedrigzinsen nerven. Es gibt nur einen akzeptablen Grund Aktien oder Fonds zu kaufen: Man sucht eine unternehmerische Beteiligung, um langfristig von der Produktivität der Wirtschaft zu profitieren. Details im Artikel: "Niedrigzinsen sind kein Grund, an die Börse zu gehen"
"Schnell wurde mir klar, dass sich eine Einmalinvestition in Aktien bei einem Vermögen von weniger als 5.000€ nicht lohnt. Ich bin zu dem Entschluss gekommen Geld mit einem Wertpapiersparplan anzulegen.
Wir müssen hier unterscheiden zwischen Aktie / Fonds und Einmalanlage / Sparplan.
Aktie versus Fonds
5.000 € in Aktien ist problematisch. Bei einem Standard-Broker und einer angestrebten Kostenquote von einem Prozent sind maximal fünf Aktien möglich. Soll die Kostenquote unter ein Prozent gedrückt werden, liegen nur noch zwei bis vier Aktien im Körbchen.
M. kann versuchen als Neukunde bei einem Broker Gratiskäufe zu nutzen. Aber mehr als 10 unterschiedliche Firmen wird er schwerlich sein Eigen nennen.
Mit anderen Worten: M. hat ein Diversifikationsproblem. Das hat erst einmal nichts mit Einmalanlage versus Sparplan zu tun.
Das Diversifikationsproblem kann M. grundsätzlich mit Hilfe eines Fonds lösen. Fonds gibt es in allen Formen und Farben. Es gibt auch welche, die sind entsetzlich undiversifiziert (beispielsweise der MSCI Europe Automobiles and Components Index). Damit M. sein Diversifizierungsproblem lösen kann, braucht er einen Fonds, der marktbreit in Standardwerte investiert.
Einmalanlage versus Sparplan
M. muss nicht zwangsläufig Fonds besparen. Es gibt auch Aktiensparpläne. Aber da kommt uns wieder die mangelnde Diversifikation in die Quere.
Warum mache ich einen Sparplan?
- Weil ich als normaler Werktätiger nicht das Geld für eine Einmalanlage habe.
- Ich habe das Geld für eine signifikante Einmalanlage. Aber ich würde es nicht aushalten, wenn die 50.000 € meiner ausgezahlten Lebensversicherung sich mal so eben halbieren - zwei Wochen nachdem ich sie in einen MSCI-World-ETF gesteckt habe.
Mehr dazu hier: "Soll ich mein Geld Stück für Stück investieren oder in einem Rutsch?"
Für die letzten 40 Jahre galt: All-in hat häufig mehr Rendite gebracht, als stückweises Investieren.
Zurück zu M.
- Er ist kein normaler Werktätiger, sondern Schüler. Seine Eltern werden für Kost & Logis aufkommen und ihn womöglich noch weitergehend unterstützen.
- Er hat das Geld für eine Einmalanlage.
Wie sieht M.s weiterer Weg aus?
Für junge Leute heißt die Rendite nicht Zinsen, Kursgewinne oder Dividenden, sondern gutes Abitur, Start der Ausbildung bei einem guten Betrieb beziehungsweise Studium eines Faches mit merkantilem Potential. Irgendwann sollen die Kids ja auch mal runter von der elterlichen Payroll.
Wozu dann überhaupt an die Börse?
Stimmt. Eigentlich ist das nicht nötig. Lieber die 5.000 € auf dem Tagesgeldkonto lassen und in die Ausbildung investieren. Die Eltern können nicht alles bezahlen. Es ist schön, wenn die Eltern die Unterkunft während des Auslandssemesters bezahlen und das Kind die Lebenshaltungskosten übernimmt.
Das macht selbständig und entlastet den elterlichen Geldbeutel. Womöglich gibt es ja noch Geschwister, die ebenfalls unterstützt werden müssen.
Gibt es denn keinen Grund Pro-Börse?
Doch. Unser Koordinatensystem sagt: Bei jungen Leuten steht die Ausbildung im Vordergrund. Also muss Börse Ausbildung sein. Was kann M. lernen?
- Operativ: So legt man einen Sparplan an, so kauft man einen Fonds, so geht das mit dem Freistellungsauftrag und der Steuer.
- Strategisch: So fühlt sich das also an, wenn aus 5.000 € 2.500 € geworden sind.
Wer in der Ausbildung ist, macht mit seinem bisschen Geld keine Rendite, sondern immunisiert sich mit kleinem Geld gegen Kursschwankungen.
- 19 Jahre: -50% = 2.500 € sind weg. Schock! Aber dann bricht die jugendliche Unbekümmerheit durch. Was soll’s! Zum einen auf Freiersfüssen, zum anderen: Mama & Papa sind das Cash-Backup.
- 35 Jahre: - 50% = 10.000 € sind weg. Schock, Panik, Verkauf, denn aus den Freiersfüssen ist inzwischen Weib & Kind geworden und Mama & Papa sehen sich eher als Oma & Opa und weniger als Cash-Backup.
Was tun
- Die 5.000 € in zwei Häufchen teilen.
- Häufchen eins verbleibt auf dem Tagesgeld (Auslandssemester und so).
- Häufchen zwei sollte - der Kaufkosten wegen - mindestens 1.000 € umfassen und wird in einem Rutsch investiert. Das Ganze kann dann munter vor sich hinschwanken und M. immunisieren.
Das Operative lernt M. auch bei einer Einmalanlage.
Einige Wort zum Finanz"berater"
"Ein langes Beratungsgespräch ergab folgende Resultate"
Korrektur vom Finanzwesir:
"Ein langes - als Beratungsgespräch getarntes - Verkaufsgespräch ergab folgende Resultate"
M. erwähnt nirgends, dass er die Person, die ihm gegenüber saß bezahlt hat. Aber es war ein langes Gespräch. Lang und kostenfrei für M. Aber lebt der Finanzmensch nur von Luft und Liebe? Es gilt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
- Berater: Berät mich, denn ich bezahle ihn.
- Verkäufer: Wird nicht von mir, sondern von einem Dritten bezahlt und vertritt dessen Interessen.
Das ganze Elend der Finanzbranche lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Interessenkonflikt. In selbigem befindet sich der Finanzmensch
- M. erwartet im Mittelpunkt einer neutralen Beratung zu stehen. Entscheidungen sollen zu seinem Besten sein.
- Die Familie des Beraters erwartet einen vollen Kühlschrank.
Verwerflich? Nicht im geringsten. Es muss nur allen Beteiligten klar sein, welches Spiel hier gespielt wird. Muss der Verkauf an M. zwangsläufig schlecht sein? Nein. Ist es auszuschließen? Nein. Was sagt die Lebenserfahrung: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr….
Was will der Finanzmensch?
Er will den Sparplan. Das gibt ihm die Chance, M. im Rahmen einer bestehenden Geschäftsbeziehung immer wieder zu stalken: "Lieber M., hier der Jahreskontoauszug ihres Sparplans. Übrigens, ich hätte das noch was Neues für Sie. Ein ganz tolles Produkt. Wir sollten über einen Wechsel der Sparpläne nachdenken."
Der Verkäufer will M. auch nicht wegen seines lumpigen 50-€-Sparplans. Das ist reine Kundenbindung und Vertrauensaufbau.
Es geht um den ganzen Kram, den er M. nach seiner Ausbildung andrehen will: "Lieber M., Sie haben da eine Rentenlücke. Rein zufällig habe ich ein fantastisches Produkt für Sie. Ich schlage vor, ich besuche Sie übermorgen mal. Passt das?"
Dann geht es auf einmal nicht mehr um mickrige 50 Ocken, sondern um Monatsvolumina von 500 € - 1.000 €.
Der Waidmann spricht hier von anludern.
Anludern: Das Wild an einen bestimmten Platz locken und dort ausreichend lange beschäftigen, um es bejagen zu können.
Eine Warnung zum Schluss
"Es ist schwierig, jemanden dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn er sein Gehalt dafür bekommt, dass er es nicht versteht.
Upton Sinclair
Für Finanzverkäufer wird die Luft immer dünner (die Kunden werden schlauer und die Bafin wird brutaler). Einen potentiell dicken Fisch wie M. lässt man nur sehr ungern von der Angel. Der Verkäufer wird sehr überzeugend argumentieren, warum das hier alles Mist ist und das er ganz anders ist.
Sein Problem: Er mag ja ein ganz Lieber sein, aber er hat die falschen Produkte im Angebot. Alles viel zu teuer.
Konkrete Produkte
Bevor hier die Detailwühlerei losgeht, möchte ich auf die Pyramide "Die fünf Ebenen der Geldanlage" verweisen. Die konkrete Produktauswahl ist die vorletzte Ebene. Unwichtiger ist nur noch die Brokerwahl.
DWS Top Dividende (WKN: 984811)
- Ausgabeaufschlag: 5%
- Kostenquote: 1,45%
- Zusammensetzung: 90% Aktien, 10% Anleihen
- Länderverteilung Top 3: 35% USA, 9% Deutschland, 7% Schweiz, bis auf Taiwan sind die Top 10 Werte alles Industrieländer
- Anlagepolitik: Das Fondsmanagement investiert weltweit in Aktien, vorranging hochkapitalisierte Werte, die eine höhere Dividendenrendite als der Marktdurchschnitt erwarten lassen.
- Laufende Vertriebsprovision: 51,72% der Verwaltungsvergütung, siehe Reiter "Fakten", ganz unten
Vermögensmanagement Chance (WKN: A0M16U)
- Ausgabeaufschlag: 3,5%
- Kostenquote: 3,15% (kein Tippfehler)
- Zusammensetzung: Dachfonds
- Benchmark: 80% MSCI World TR/15% JP Morgan EMU Bond Inx 3-5 Y/5% Euribor 3 mth
- Anlagepolitik: Der VermögensManagement Chance investiert breit gestreut in verschiedene Segmente des Kapitalmarktes wie Aktien, Renten und Alternative Investments. Dabei kann eine Vielzahl von Instrumenten wie Fonds, Zertifikate, Derivate und Direktanlagen genutzt werden. Der Fonds zielt darauf ab, über ein chancenorientiertes Portfolio langfristig ein Kapitalwachstum zu erwirtschaften.
- Laufende Vertriebsprovision: 68% der Verwaltungsvergütung, siehe Reiter "Fakten", ganz unten
Was sagt uns das alles? Letztlich sind das alles verkappte MSCI-World-Fonds. Beide haben noch ein bisschen Anleihen dabei. Der Benchmark des Vermögensmanagement Chance sagt zeigt die Zusammensetzung
- 80% MSCI World = hochkapitalisierte Werte aus den Industrieländern (Large und Mid Caps).
- 15% Euro-Anleihen (EMU = European Monetary Union) mit einer Laufzeit von 3 bis 5 Jahren.
- 5% Tagesgeld, Euribor ist Tagesgeld für Instis.
Warum man einem 19jährigen einen Dividenden-Fonds empfiehlt verstehe ich nicht. M. ist kein Pensionär, der von den Ausschüttungen sein Leben finanzieren möchte.
Dazu kommt, das hohe Ausschüttungen unter dem ab 2018 geltenden Steuerregime eher unvorteilhaft sind.
Wenn unbedingt Dividenden, dann als als ETF mit Kostenquoten zwischen 0,29% und 0,50% pro Jahr, statt 1,45%.
Der Vermögensmanagement Chance bietet dem Vermittler eine Chance auf die Zweityacht: Dachfonds, 68% Vertriebsprovision, bei einer hedgefondsverdächtigen Kostenquote von 3,15%.
Performancevergleich
Jahre | MSCI World | DWS Top Dividende | Vermögensmanagement Chance |
---|---|---|---|
1 | 21,61 % | 3,45% | 10,25% |
3 | 24,23% | 23,24% | 19,31% |
5 | 73,81% | 60,98% | 50,34% |
TER | 0,2% - 0,5% | 1,45% | 3,15% |
Quelle: Finanzen.net Fondsvergleich
Fünf Jahre sind kein langer Zeitraum. Trotzdem zeigt sich hier bereits:
"Die Kostenquote eines Fonds ist in der Tat der stärkste Indikator für die zukünftige Fondsperformance - stärker als die Rendite der Vergangenheit.
Quelle Morningstar
Leser M. schreibt
"Argumente für einen solchen Fonds seien ja eine bessere Stabilität in einer Krise. Doch ist nicht genau das der Punkt in dem ein ETF seine Kraft entfaltet, indem er in der Krise mit dem Index fällt?
Erst dann profitiert man doch von dem so angepriesenen "cost average effect" weil man dann sehr günstig einkauft. Ein Fonds der nur steigt, wie ein gemanagter in der Theorie, wirft doch einen viel geringeren Profit ab. Oder verstehe ich das alles falsch?!
Die Philosophie des Indexing: Ich weiß, dass ich nichts weiß, deshalb: Gib mir die Marktendite (Indexperformance) und lass mich ansonsten in Ruhe. Der ETF ist nur ein Vehikel. Der Index selbst ist nichts weiter als eine Exceltabelle mit zwei Spalten: Firmenname und Gewichtung. In eine Exceltabelle kann man nicht invertieren. Der ETF ist das Vehikel, das den Index zum Leben erweckt und investierbar macht. Er liefert die Marktrendite abzüglich Kosten.
Der Verkäufer hat recht mit seinem Argument
"Sein Argument gegen ETFs war, dass diese nie besser als der Index sind."
Dieses Argument ist genauso trivial wie die Vermarktung von Salat als vegan. Salat ist von Hause aus vegan und ein ETF kann und soll den Index konstruktionsbedingt nicht schlagen. It’s a feature, not a bug.
Der aktive Ansatz: Ich kann Alpha erzeugen. Alpha = den Index schlagen. Das Problem ist der Sternchentext:
*Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge.
Es wird viel versprochen, aber wenn es zum Schwur kommt: "Lieber erfahrener Fonds-Manager kannst Du mir das denn garantieren?" verstecken sie sich alle hinter diesem Satz.
Was die Abwärts-Stabilität angeht: Ein Fonds-Manager, der es schafft, Krisen verlässlich vorherzusehen ist kein Fonds-Manager, sondern ein Prophet und Propheten managen im Allgemeinen keine Kleinanleger-Fonds.
"Ein Fonds der nur steigt, wie ein gemanagter in der Theorie, wirft doch einen viel geringeren Profit ab.
Die Kurse aktiver Fonds stürzen genau so ab, wie die der ETFs. Der VermögensManagement Chance hat 2009 von in der Spitze knapp 100 € auf unter knapp 60 € nachgegeben. Sind auch minus 40%.
Ein Fonds, der immer steigt, egal ob es an der Börse aufwärts, abwärts oder seitwärts geht, das wäre wunderbar! Den würde ich sofort zeichnen ;-)
Mehr zum Fonds-Manager und was ihn bewegt:
- Wie Fonds-Manager bezahlt werden
- Was Fonds-Managern wirklich wichtig ist
- Fonds-Manager: Erfolgreich auch ohne Kompetenz - der Finanzwesir macht Sie zum Finanz-Guru
Die Alternative
Irgendeinen ETF auf den MSCI World. Welchen? Irgendeinen, egal. Die immunisieren alle gleich gut.
Was tun
Den Finanzverkäufer fürderhin meiden wie der Teufel das Weihwasser, dann
- Die Pyramide durcharbeiten.
- 0 € oder 5.000 €: Wie viel soll an die Börse? Wenn es die Lebensplanung zulässt, würde ich gerne 1.000 € im Depot sehen. Die emotionalen Lerneffekte sind unbezahlbar.
- Für die Summe x einen ETF auf den MSCI World kaufen.
- Weiterleben
Fazit
Lieber Jungsparer: Lass Dich nicht anludern!