
Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.
3 x 3 macht 6: Die Zentralbanken und das Pippi-Langstrumpf-Prinzip.
"Das eigentlich absurde Fine Tuning der Wirtschaft – wie soll eine Zentralbank die (Preis-) entscheide von Millionen von Konsumenten und Unternehmen auf die Kommastelle bestimmen können – wird vorerst also kaum ein Ende nehmen."
Bin hilflos! Schütz mich!
Klingt gut: In neun Schritten zu mehr Verbraucherschutz. Oder doch eine ABM-Maßnahme für die BaFin? Wer soll über den Nutzen und die Qualität eines Finanzproduktes befinden? Eine rechtsfähige deutsche Bundesanstalt mittels Produktinterventionsbefugnis oder der ein Kunde, der kauft oder nicht kauft.
Konfuzius sagt:
"Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste."
Der Finanzwesir sagt:
- Nachdenken verfeuert eine Menge Glucose, die sich unser Körper lieber für die Flucht vor dem Säbelzahn aufhebt.
- Nachahmen? Dazu bräuchte man ja erst einmal Vorbilder.
- Den dritten Weg will uns die Bafin nehmen, obwohl das der Weg des garantierten Nichtvergessens ist. Was hier gelernt wurde sitzt! Sage ich als dreifacher Vater.
oder simpler, aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
"Wer nicht hören will, muß fühlen"
Mach’ mal lieber ‘nen Vertrach!
Einen Ehevertrag beginnt mit der sogenannten Präambel.
Etwa so: Es begab sich zu der Zeit, als der Malte-Torben die Eva Melody freite. Und das Glück ging ein und aus in ihrem Townhouse und die Störche machten Überschichten.
Doch siehe da, eine Chantall ward in der Nähe gesehen und die Eva Melody ward schwach und hinfort war das Glück. Nun herrscht großes Heulen und Zähneklappern und nun wollen wir doch mal sehen, ob sich die Kosten für Rechtsanwalt und Notar gelohnt haben!
Gut zu wissen:
"Ein Ehevertrag kann theoretisch bis kurz vor der Scheidung geschlossen werden. Bei einer direkt anstehender Scheidung wird das Ding einfach umetikettiert und heisst dann Scheidungsfolgevereinbarung."
Aktiensplits
Die Kurzform: Was ist ein Aktiensplit? Ein interessanter Artikel für die Jüngeren unter uns. Die Älteren haben zwischen 1998 und 2001 an der Nasdaq und am Neuen Markt genug Splits mit gemacht.
Warum gibt es eigentlich Aktiensplits? Ja, es geht auch um Aktiensplits. Aber eigentlich ist es die Geschichte der Seldon Digital AG.
Amokläufe
Banken und ihre IT – Never change a running system?
160 mal Machinenraum an PR-Abteilung: "Rien ne va plus - denkt Euch mal schöne Begründung aus". Das Ärgerliche: Wenn’s denn mal wenigstens solide Hacker-Angriffe wären, die die IT in die Knie zwingen. Oft genug sind die IT-Probleme hausgemacht (höfliche Umschreibung für: Feld erwartet normales Zeichen, bekommt aber ein ö, ü, ä => Crash)
US-Anleihenmarkt ausser Kontrolle. Nur ganz kurz, bevor die US-Notenbank Adrenalin im Wert von 53 Mrd. US-Dollar in das System injizierte. Dann ging’s schon wieder.
Wir leben in interessanten Zeiten. Die Pessimisten sehen sich bestätigt, die Optimisten auch. Beide sind sich einig: So was gab’s noch nie.
Deja vu am Immomarkt
Mal ein Artikel über Exporo ohne Affiliate-Link. Das liest sich dann schon anders:
"Das Bauprojekt, das wir uns angesehen haben, firmiert unter dem Titel "Urban Living", es handelt sich um ein geplantes Wohn- und Geschäftshaus im Hamburger Stadtteil Wandsbek, genauer: in der Brauhausstraße 5."
Dazu der Luftreinhalteplan für Hamburg (2. Fortschreibung) Seite 194:
"Brauhausstraße: Die Maßnahmenentwicklung für die 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans basiert strategisch auf einem Mix von zehn Maßnahmenpaketen, die eine gesamtstädtische reduzierende Wirkung so-wohl im Straßennetz als auch für die allgemeine Hintergrundbelastung erzielen.
Für Straßenabschnitte, für die in 2020 trotz Umsetzung der zehn gesamtstädtischen Maßnahmenpakete weiterhin Überschreitungen des NO2-Grenzwertes prognostiziert wurden, wurden zusätzlich lokale Einzelmaßnahmen geprüft."
In der Brauhausstraße boxt zu Rushhour der Papst im Kettenhemd und als Hamburger schließe ich mich den Kollegen an: Urban: Ja, ganz sicher, Living: Möglich, aber nicht erstrebenswert.
Und dann wird’s so, wie man es vom grauen Immomarkt um die Jahrtausendwende kennt: GmbHs im Babuschka-Prinzip: Machste eine auf, steckt die nächste drin.
Mauschel Dich reich:
"Die Ämterhäufung im Bereich "Interessenkonflikte" des Prospekts ist indes doch bemerkenswert.
Zum Vergleich ein Artikel mit Affiliate-Link: Nutze die 100 Euro Cashback und erhalte so direkt 10 % deines eingesetzten Kapitals zurück! Alles so geil bei Exporo!
Ein Klassiker als Freitagsfrage Hauskauf, ETF, Bausparvertrag – Wie soll Silvio sich entscheiden? Kluge Vorgehensweise, realisitische Zahlen, aber der kinderlose Lebensstil wird einfach in die Zukunft fortgeschrieben, obwohl Nachwuchs geplant ist.
Der Kessel Buntes
Interview mit World Culture Storyteller Omid Scheybani "Mit Vorurteilen kommst du nicht weit!"
Mein Lieblings-Fintech: Transferwise - wie machen die das so profitabel zu sein?
Private Banking in der Schweiz: 400.000 Franken Jahressalär und dann sind 50% der Neueingestellten NEFs (Jargon für Rohrkrepierer). Die spinnen die Privatbankiers.
Effizienz und Effektivität lassen in der deutschen Politik oft zu wünschen übrig.
"Wir sollten versuchen, mit 20 Prozent Mitteleinsatz auf 80 Prozent der Wirkung zu kommen."
Für Ingenieure ok, aber nicht für hartgesottene Ideologen.